Dr. med. Bernd Prieshof
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Zytologie / Dünnschichtzytologie

Seit der Einführung der gesetzlichen Krebsvorsorge 1972 in Deutschland ist die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs um 70% zurückgegangen. Damit wurde Gebärmutterhalskrebs in der Krebs-Statistik von Platz drei auf Platz acht verdrängt. Neueste Daten zeigen, dass eine Frau, die jährlich zur Krebsvorsorge geht, eine 98 %ige Verringerung des Risikos hat, Gebärmutterhalskrebs zu bekommen, ihre Sterblichkeit daran ist dann praktisch null.

Damit ist der Pap-Test, der auf den griechischen Pathologen George Papanikolaou (1883 - 1962) zurückgeht, weltweit der erfolgreichste Krebstest aller Zeiten. Insbesondere deshalb, weil mit ihm Zellveränderungen schon im Vorstadium erkannt werden können, d.h. bevor es überhaupt zur Entwicklung eines bösartigen Tumors kommt.

Konventionelle Zytologie

Der Vorsorgeabstrich, der bei der gynäkologischen Untersuchung vom Gebärmutterhals abgenommen wird, wird auf einen Glasobjektträger ausgestrichen, gefärbt und mikroskopisch untersucht.
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Dünnschichtzytologie

Jedoch gab es in der jüngeren Vergangenheit wissenschaftliche Auseinandersetzungen über die Zuverlässigkeit des Pap-Tests. Insbesondere Blut- und Schleimbeimengungen oder Zellüberlagerungen auf dem Glasobjektträger können die Beurteilbarkeit des Tests erschweren oder dazu führen, dass veränderte Zellen nicht entdeckt werden können. Dies gilt insbesondere, wenn sich nur sehr wenig veränderte Zellen auf den Objektträger befinden.

Eine neue Methode zur Verbesserung des Pap-Tests ist die sog. Dünnschichtzytologie. Diese Verfahren wurde ursprünglich in Deutschland entwickelt und in den USA auf den Markt gebracht. Das Prinzip besteht darin, dass die Zellen nicht wie bisher auf dem Glasobjektträger ausgestrichen, sondern in Flüssigkeit gebracht und schließlich nach Eliminierung von Störfaktoren wie Blut und Schleim in einer einschichtigen Anordnung auf den Objektträger "gesprüht" werden. Mit dieser Technik kann die Zuverlässigkeit des Vorsorgeabstriches noch verbessert werden.
Von den zahlreichen Methoden, die inzwischen verfügbar sind, haben lediglich zwei von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA das Prädikat "besser als konventionelle" Zytologie", darunter das von uns verwendete System "Autocyte".
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Humanes Papilloma Virus (HPV)

Gebärmutterhalskrebs die Folge einer chronischen Infektion mit HPV. Es sind über 100 verschiedene Typen von HPV bekannt. Sie werden nach Hochrisiko und Niedrigrisiko eingeteilt. HPV wird über Geschlechtsverkehr übertragen und kommt bei ca. 30 Prozent von Menschen im geschlechtsreifen Alter vor. Man schätzt, dass jede zweite Frau in ihrem Leben mindestens einmal eine HPV-Infektion durchmacht. Eine solche Infektion macht keine Symptome und wird in der Regel vom Immunsystem rasch beseitigt. Nur im Falle einer chronischen Infektion (ca. 10 Prozent der Fälle) kann es am Gebärmutterhals zu Zellveränderungen kommen, aus denen sich später ein bösartiger Tumor entwickeln kann. Eine Vorbeugung gibt es bisher nicht, auch Kondome schützen nicht vor einer Infektion.

Nachgewiesen wird HPV mit einem molekularbiologischen Test durch eine Abstrich vom Gebärmutterhals. Dieser Test hat eine Zuverlässigkeit von 98%. Seine Durchführung ist besonders sinnvoll bei zweifelhaften Abstrichergebnissen oder Auffälligkeiten bei der gynäkologischen Untersuchung.